Ich weiß da gar nicht, wo ich anfangen soll. Benny habe ich ja mittlerweile seit vier Jahren, weiß aber leider nichts von seiner Vorgeschichte. Auf jeden Fall war er als ich ihn bekam ziehmlich Kopfscheu, was aber durch gute Behandlung sehr schnell vorbei war. Nur bei schnelleren Bewegungen zuckt er heute noch zusammen und quieckt oder fiept sogar teilweise

Ansonsten ist Benny voller Vertrauen und macht eigentlich alles mit.
Nun, ich wollte gerne das Benny eingefahren wurde, angeblich sollte er auch schon mal eine Schleppe gezogen haben (lt. Vorbesitzer). Also besorgte ich ein Geschirr und arbeitete mit Benny, wie ich es jetzt auch mit Filou getan hatte. Geschirrgewöhnung: da gab es große Probleme mit dem Schweifriemen, er klemmte sich so sehr ein, das ich mit viel Geduld, massieren, leichtem klopfen nach ca. 1/2 Std. den Schweiriemen ummachen konnte, nach ca. 3 Wochen hatte er sich dran gewöhnt und es ging dann auch zügig. Fahren vom Boden etc. schien Benny wirklich zu kennen, machte er fast auf Anhieb, nur ab und an wollte er sich zu mir umdrehen. Auch Zug auf der Brust indem sich jemand in die Stränge lehnte, machte Benny gar nichts aus, auch auf diese Art und Weise anziehen machte er super, zog locker ne 90kg Frau weg.
Naja, und dann dachte ich nach einem Jahr, es wäre der Richtige Zeitpunkt gekommen, um ihn richtig einzufahren. Ich hatte von Bekannten aus "dem" anderen Forum das Angebot, das ich Benny dorthin bringen könnte, was ich auch mit gutem Gewissen tat. Er sollte dort vorerst zweispännig eingefahren werden. Zweispännig vom Boden fahren ging auch ganz gut, und dann sollte Benny das erste mal angespannt werden. Er ging auch an die Deichsel ran, einen Zugstrang konnte man noch festmachen, war alles gut. Nur, als der zweite Strang festgemacht werden sollte, ging es los: das totale "P" in den Augen, zittern, steigen, bocken und was es sonst noch alles gibt. Wie gesagt, aber erst als der zweite Strang ran sollte. Dieses Verhalten kam auch beim nächsten Versuch, was sich dann sogar "Shettyteam" ansah, und noch ein anderer sehr erfahrener Pferdemensch. Alle kamen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, das Benny wohl ein Trauma haben mußte, vielleicht hatte er mal einen Unfall oder ähnliches vor der Kutsche. Ein drittes mal ließ sich Benny gar nicht erst mehr an die Deichsel führen. Ich wollte dann auch den Benny nicht weiter quälen, und bließ das ganze Unternehmen "Fahren mit Benny" ab. Drei Tage später hatte ich dann den 2 1/2 jährigen Filou, der noch keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht haben konnte, da er bis dahin nur in einer Herde auf der Koppel stand. Ich aber war im ersten Moment sowas von enttäuscht von Benny, das ich tatsächlich ernsthaft darüber nachdachte, ihn wegzugeben

Heute bin ich froh das ich ihn noch habe.
So ganz habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, und die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt, das wenn Filou irgendwann zuverlässig und erfahren ist, ich den Benny evtl. neben seinem besten Kumpel angespannt bekomme, vielleicht wird dieser ihm ein wenig die Panik nehmen können. Aber wenn überhaupt, ist das noch in weiter Ferne.
Sagt mal, könnte es auch sein, das Benny sich nur zweispännig nicht anspannen läßt? Einspännig ausprobiert habe ich es nämlich nie, was würdet ihr machen? Ausprobieren oder Finger von lassen, wie ich es bisher gemacht habe?